Komplettschutz zum Selbstinstallieren: Die Blaupunkt SA 2700 Alarmanlage

Der deutsche Traditionshersteller Blaupunkt bietet mit der Blaupunkt SA 2700 Smart GSM Funkalarmanlage ein Modell an, dass nach Herstellerangaben speziell für die Selbstinstallation entworfen wurde. Trotzdem soll die Alarmanlage einen professionellen Einbruchsschutz bieten und (nicht zuletzt durch die reine GSM-Steuerung ohne Internetanbindung) vor Sabotage bestens geschützt sein. Im Test klären wir, ob diese Versprechen gehalten werden können und welche Kosten auf den Nutzer zukommen.

GSM Steuerung und Smartphone-App? Die Blaupunkt SA 2700 schafft den Spagat

Die meisten Anbieter für Funkalarmanlagen setzen heute auf eine komfortable App-Steuerung. Dafür ist aber die Anbindung ans WLAN, Internet und die Konfiguration über Browser erforderlich. Nicht so bei der SA 2700 von Blaupunkt. Sie kommt komplett ohne Internetanbindung aus, kann aber dennoch über eine Smartphone-App gesteuert werden. Dabei muss natürlich getrickst werden. Alle Einstellungen, die vom Benutzer in der App vorgenommen werden, übermittelt das System per SMS an die Steuereinheit der Alarmanlage, die mit einer Mobilfunkeinheit ausgestattet ist (SIM-Karte erforderlich). Die gesamte Kommunikation zwischen Anlage und App erfolgt somit über SMS und ist ein zusätzlicher Kostenfaktor, den man beim Kauf berücksichtigen muss. Da es heute zahlreiche günstige Prepaid-Tarife gibt, kann man diese Ausgaben begrenzen. Hat man allerdings einen Tarif, bei dem jede Mitteilung einzeln bezahlt werden muss, kann die Steuerung der Alarmanlage durchaus ins Geld gehen. Außerdem ist die Smartphone-Anbindung nicht ganz so komfortabel, wie man das von anderen Apps gewöhnt ist. Aber: Durch diese eher ungewöhnliche Kombination sind Hackerangriffe von außen über das Internet so gut wie ausgeschlossen.

Der Lieferumfang der Blaupunkt SA 2700 ist unzureichend

Das Starter-Kit der SA 2700 bekommt man für rund 420 Euro im Handel. Hersteller sprechen bei solchen Paketen gerne von Komplettsets, aber ohne weiteres Zubehör wird man mit dieser Funkalarmanlage nicht weit kommen – es werden schlicht zu wenige Sensoren mitgeliefert. Das ist in dieser Preisklasse zwar nicht unüblich, doch der Mehrbedarf an Zusatzkomponenten macht sich natürlich im Geldbeutel bemerkbar. Ein komplettes Einfamilienhaus oder auch nur eine durchschnittlich große Wohnung zu sichern, erfordert mehr als das im Lieferumfang enthaltene Zubehör. Ab Werk geliefert werden im Starter-Kit lediglich folgende Komponenten:

  • Zentraleinheit
  • 1 Bewegungsmelder
  • 1 Tür- bzw. Fensterkontakt
  • 1 Fernbedienung
  • Netzteil
  • Befestigungsmaterial
  • Handbuch

Technische Informationen:

  • auf bis zu 30 Sensoren erweiterbar
  • Alarmzentrale mit Notstromversorgung (bis zu acht Stunden über Ni/Mh-Akku)
  • integrierte Sirene (Lautstärke: 86 dbA); weitere Sirenen für Innen- und Außenbereich erhältlich
  • Display: LCD-Anzeige mit Textdarstellung
  • akustische Raumüberwachung („Reinhören“)
  • Speicher für Alarmereignisse
  • Telefonanruf und/oder SMS bei Alarm
  • lautloser Alarm
  • Panik-Funktion
  • Smartphone-App (über SMS angebunden)

Welches Zubehör gibt es für die SA 2700 Alarmanlage?

Der Hersteller Blaupunkt wirbt mit der Erweiterbarkeit auf bis zu 30 Sensoren. Damit kann man einen Haushalt schon ordentlich absichern. Verfügbar sind verschiedene Funk-Komponenten, die laut Blaupunkt mit allen Herstellerprodukten auf 868 MHz-Basis kompatibel sein sollen. Dazu zählen unter anderem eine Funk-Außensirene oder weitere Tür- bzw. Fensterkontakte.

Wichtig: Ein Glasbruchsensor ist standardmäßig nicht vorgesehen, kann aber von einigermaßen versierten Nutzern laut Blaupunkt relativ einfach nachgerüstet werden. Durch die Verfügbarkeit von Rauchmeldern und Wassermeldern warnt die Alarmanlage zudem nicht nur bei Einbrüchen sondern auch vor anderen Schadensereignissen. Um ständige Batterien-Wechsel zu vermeiden, verwendet der Hersteller außerdem in den meisten Geräten langlebige Lithium-Batterien.

Allerdings schlägt sich dies alles auch in relativ hohen Preisen für die einzelnen Zubehörteile nieder. Einige Preisbeispiele geben wir Ihnen hier:*


(alle Komponenten werden per Funk an die SA 2700 angebunden)

Die einfache Installation ist der größte Vorteil der Blaupunkt SA 2700

Blaupunkt wollte mit dieser Funkalarmanlage auf GSM-Basis ein Produkt schaffen, das auch von Einsteigern leicht installiert und konfiguriert werden kann. Letzteres war ein Grund für den Verzicht auf umfangreiche Internetanbindung. Aber auch die Hardware lässt sich einfach installieren und in Betrieb nehmen. Ein wenig technisches Verständnis wird vorausgesetzt, übersteigt aber nicht die Bedienung anderer moderner Haushaltsgeräte. Wichtig ist, dass man die Bedienungsanleitung sorgfältig studiert, um alle Funktionen und Betriebsmodi richtig und vollständig nutzen zu können. Direkt nach dem Auspacken muss eine SIM-Karte in die Mobilfunkeinheit eingesetzt werden. Wie bereits erwähnt, sollte dabei nach Möglichkeit ein Tarif mit kostenlosem SMS-Versand bevorzugt werden. Danach wird der integrierte Ni/Mh-Akku über einen Schalter aktiviert. Sämtliche weitere Einstellungen erfolgen nach Anschluss des Netzteils über die vorderen Tasten der Bedieneinheit. Die Menüführung ist über ein LCD-Display realisiert, das sehr sparsam gestaltet wurde und nicht immer leicht abzulesen ist. Es kann zwei Zeilen mit je 16 Zeichen darstellen. Ein Manko ist allerdings dabei, dass manche Meldungen (insbesondere die Scharfschaltung) nur einmal kurz durchgescrollt werden – eine LED-Statusanzeige zur Scharfschaltung oder ein Symbol im Display sucht man vergebens. Das bedeutet, dass man nach dem Scharfschalten nie sicher sagen kann, ob die Anlage wirklich scharfgestellt ist oder nicht. Das können andere Hersteller besser. Ansonsten ist die Konfiguration sehr einfach, das betrifft auch das Anlernen neuer Sensoren. Diese können praktischerweise beliebig benannt werden, man kann ihnen also Bezeichnungen geben, die ihrer Position entsprechen (z. B. Haustür, Wohnzimmer).

Kein Strippenziehen notwendig

Als reine Funkalarmanlage kommt die Blaupunkt SA 2700 komplett ohne das Verlegen von Kabeln aus, was die einfache Installation durch Laien weiter erleichtert. Die Befestigung der Komponenten an den Wänden (z. B. Bewegungsmelder oder Rauchmelder) erfordert kein übermäßiges handwerkliches Geschick: Wer einen Dübel in die Wand bekommt, kann die Anlage also komplett selbst installieren. Optional kann man manche Sensoren auch per Klebestreifen anbringen (Tür/Fensterkontakt). Blaupunkt hat bewusst auf die Konfiguration per Computer bzw. Internet verzichtet, was in Sachen Sabotagesicherheit ein großes Plus ist. Auch sind die einzelnen Komponenten hardwaremäßig vor Sabotageversuchen gesichert. Allerdings kann das kleine Display der Zentraleinheit etwas nerven.

Synchronisation der Smartphone App erfolgt nur manuell

Etwas komfortabler ist die Smartphone-App, über die sich nicht nur die Alarmanlage scharf stellen lässt. Man kann durchaus auch viele der Einstellungen vornehmen, die normalerweise über die Zentraleinheit laufen. Aber: Jede Einstellung oder Funktionsauswahl der App verursacht das Versenden einer SMS an die Alarmanlage. Also gilt auch hier: Am besten eine SMS-Flatrate buchen. Ein weiterer Nachteil ist, dass es keine Echtzeit-Konfiguration gibt. Schalten Sie beispielsweise die Alarmanlage über die App scharf und deaktiviert ein anderer Bewohner das System über die Fernbedienung, weiß die App bis zur nächsten Synchronisierung nichts davon. Da man diese manuell auslösen muss, ist dies ein Unsicherheitsfaktor bei der Bedienung.

Wie sieht es mit der Sicherheit der Blaupunkt SA 2700 aus?

Neben einfacher Installation und Konfiguration interessiert den Nutzer natürlich in erster Linie, wie sicher eine Alarmanlage ist. Hier schneidet die SA 2700 von Blaupunkt exzellent ab. Fehlalarme oder Nichtauslösung eines Sensors kamen nicht vor. Auch die Funkreichweite des 868 MHz-Systems ist hervorragend. Unter freiem Himmel mit 300 Metern angegeben, funktioniert die Anlage auch problemlos über mehrere Etagen hinweg bis in den Keller. Interferenzen mit Anlagen anderer Hersteller, die über die gleiche Frequenz arbeiten, gab es im Test keine. Bei der Installation der Sensoren kann man übrigens einen Testmodus nutzen, der die Empfangsstärke auf einer Skala von 0 bis 9 einstuft, was sehr praktisch ist. Bei Bedarf kann man einen Funk-Repeater hinzufügen. Alle kritischen Komponenten sind darüber hinaus mit Sabotagesicherungen versehen, die im Falle eines unbefugten Entfernens Alarm auslösen.

Fazit für die Blaupunkt SA 2700: Leicht zu bedienen und sehr gute Leistung – Abzüge gibt es allerdings im Detail

Insgesamt kann die SA 2700 im Test durchaus überzeugen. Die Alarmfunktionen sind ohne Tadel, es kam zu keinerlei Fehlfunktionen und die Sabotagesicherheit ist für ein Gerät dieser Leistungsklasse beispielhaft. Im Gegensatz zu Produkten von Mitbewerbern wie OLYMPIA, die eine ähnliche Zielgruppe ansprechen, aber wenig Schutz vor Sabotage bieten, ist die Blaupunkt SA 2700 GSM-Alarmanlage die bessere Wahl. Abzüge gibt es in der B-Note, denn bei der Qualität hinkt die Blaupunkt-Anlage den Premium-Geräten ABUS Secvest oder Lupusec-XT2 hinterher. Das betrifft vor allem die Bedienbarkeit der Zentraleinheit, die durch ein besser ablesbares Display und die erwähnten Mängel bei der Status-Darstellung zu verbessern wäre. Außerdem ist die reine SMS-Anbindung bei der Smartphone-App ein eventueller Kostenfaktor. Die Probleme bei der Synchronisation des Status der App führen ebenfalls zu einer Abwertung. Das Design der Fernbedienung ist zudem nicht optimal, da sie oftmals keine Abdeckung für die Tasten besitzt und somit ungewollt ausgelöst werden kann. Wer mit diesen Einschränkungen leben kann, bekommt mit der Blaupunkt SA 2700 ordentlichen Einbruchsschutz zu einem moderaten Preis, der sich in Eigenregie problemlos installieren lässt. Das Basis-Set enthält allerdings nicht genug Sensoren, sodass auch bei diesem Modell nachgerüstet werden muss.

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Unter unserer Rubrik “Alarmanlagen” haben wir für Sie die wichtigsten Faktoren zusammengefasst,
die beim Kauf einer Alarmanlage unbedingt zu beachten sind!

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